Bauschuttmulde: Was darf hinein, was nicht? Rigips, Ytong und Beton

Bei einer Sanierung fällt schnell mehr Material an als gedacht: alte Fliesen, abgeschlagener Verputz, Ziegel aus einer entfernten Wand, Reste vom Pflaster. Eine Bauschuttmulde ist dafür der einfachste Weg. Damit das reibungslos klappt, müssen Sie aber wissen, was in eine Bauschuttmulde hinein darf und was nicht, denn gerade Rigips, Ytong und stark verunreinigtes Material sind ausgeschlossen. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln für Wien, Niederösterreich und das Burgenland und nennt die aktuellen Preise der ELS Entsorgungslogistik Süd GmbH.
Was in die Bauschuttmulde hinein darf
In die Bauschuttmulde gehört reiner, mineralischer Abbruch. Erlaubt sind:
- Ziegel und mineralische Mauerwerke
- Verputze
- Beton- und Asphaltaufbruch, kleinschollig
- Natursteine und Pflastersteine
- keramische Baustoffe wie Fliesen und Sanitärkeramik
- Anteile an Kies und Erde
Entscheidend ist das Wort kleinschollig. Große Betonplatten oder ganze Fundamentteile lassen sich weder sauber einladen noch sicher abtransportieren. Schlagen Sie größere Brocken vorher auf handliche Stücke herunter, dann nutzen Sie den Platz in der Mulde auch deutlich besser aus.
Typische Fälle aus der Praxis: das Entfernen alter Wandfliesen im Bad, der Abbruch einer Ziegelwand, das Herausnehmen eines alten Estrichs, abgeschlagener Verputz bei einer Fassadensanierung oder ein Pflaster, das im Hof einem neuen Belag weicht. In all diesen Fällen fällt Material an, das in die Bauschuttmulde gehört, solange keine Fremdstoffe dabei sind.
Was nicht hinein darf
Die Bauschuttmulde ist eine sortenreine Mulde. Alles, was den mineralischen Abbruch verunreinigt, ist ausgeschlossen:
- Installationsleitungen
- Isoliermaterial und Dämmung
- Kunststoff und Papier
- Altreifen
- Ytong, also Porenbeton
- Gipskartonplatten, also Rigips
Dazu kommen die gefährlichen Abfälle, die in gar keine Mulde dürfen: Asbestzement, Elektronikschrott, Kühlgeräte, Leergebinde von Farben und Lacken, Ölfässer und Batterien. Diese Problemstoffe nimmt der Mistplatz in Wien oder das Altstoffsammelzentrum Ihrer Gemeinde an.
Die Liste wirkt streng, hat aber einen einfachen Hintergrund: Sortenreiner Bauschutt lässt sich brechen und als Recyclingmaterial wiederverwenden, etwa im Unterbau von Wegen und Plätzen. Sobald Kunststoffrohre, Kabel, Dämmwolle oder Folien dabei sind, funktioniert das nicht mehr, und die ganze Fuhre muss anders behandelt werden. Deshalb lohnt sich das Trennen direkt an der Abbruchstelle: Reißen Sie Leitungen und Dämmung heraus, bevor Sie das Mauerwerk in die Mulde werfen.
Warum Rigips und Ytong ausgeschlossen sind
Rigips und Ytong sehen nach Bauschutt aus, sind aber keiner. Gipskartonplatten bestehen aus Gips und Karton, Ytong ist Porenbeton. Beide Materialien haben andere Eigenschaften als Ziegel oder Beton und brauchen deshalb einen eigenen Verwertungsweg. Schon kleine Mengen davon machen eine ganze Mulde Bauschutt zu Mischabfall, und der lässt sich nicht mehr als sortenreiner Bauschutt verwerten.
Für Rigips gibt es eine einfache Lösung: Gipskartonplatten dürfen in die Sperrmüll/Mix-Mulde. Wenn bei Ihrer Sanierung also sowohl Ziegel als auch Rigips anfallen, haben Sie zwei Möglichkeiten. Entweder Sie trennen sauber und bestellen eine Bauschuttmulde, oder Sie nehmen gleich eine Mulde für Sperrmüll und Mischabfall, in die laut Abfallliste auch Anteile an mineralischem Bauschutt hineindürfen.
Bei Ytong ist der Fall enger: Porenbeton ist in der Bauschuttmulde ausdrücklich ausgeschlossen. Haben Sie größere Mengen davon, vermerken Sie das am besten im Feld für sonstige Anmerkungen im Bestellformular, dann kann ELS Ihnen vorab sagen, welche Lösung passt.
Bauschutt, Mischabfall oder Aushub: die richtige Mulde wählen
Die ELS Entsorgungslogistik Süd GmbH bietet fünf Abfallarten an, und drei davon werden im Alltag gerne verwechselt:
- Bauschutt für reinen mineralischen Abbruch wie Ziegel, Fliesen, Verputz und Betonaufbruch.
- Aushub für Erdmaterial, also Blumenerde, Erdaushub, Steine, Sand-, Lehm- und Tonboden. Ziegel und Bauschutt dürfen hier nicht hinein, ebenso wenig kontaminierte Erde oder Erdschlamm.
- Sperrmüll/Mix für alles Gemischte: Möbel, Holz, Metall, Kunststoff, Folien, Dämmmaterial, Gipskartonplatten und Anteile an mineralischem Bauschutt.
Die Faustregel lautet: Je sortenreiner Sie sammeln, desto günstiger wird es. Eine Bauschuttmulde kostet deutlich weniger als eine Mulde für Mischabfall, und Aushub ist noch einmal günstiger. Wer dagegen alles zusammenwirft, zahlt für jedes Kilo Ziegel den Preis von Mischabfall.
Was eine Bauschuttmulde kostet
Die Preise sind Pauschalen und enthalten Zustellung, Abholung, Entsorgung und Mehrwertsteuer. Für Bauschutt gibt es eine Größe, den Typ 8 mit 8 m³ und den Maßen 3,8 x 1,7 x 1,4 Meter. Stand September 2026 gelten diese Preise:
- Wien und nahes Umland (zum Beispiel Mödling, Baden, Schwechat, Korneuburg oder Klosterneuburg): 330 Euro.
- Weiteres Umland in Niederösterreich und im Burgenland (zum Beispiel Stockerau, Gänserndorf, Groß-Enzersdorf, Bruck an der Leitha, Wiener Neustadt, Parndorf oder Mattersburg): 360 Euro.
Zum Vergleich: Eine Aushubmulde Typ 8 kostet 234 beziehungsweise 270 Euro, eine Mulde für Sperrmüll und Mischabfall Typ 8 dagegen 363 beziehungsweise 396 Euro. Welcher Preis für Ihre Adresse gilt, zeigt das Bestellformular, sobald Sie Ihren Aufstellungsort gewählt haben. Versteckte Kosten gibt es keine, die einzigen Zusatzposten sind eine Verlängerung um 36 Euro je Woche, die PayPal-Gebühr von 10 Euro und eine allfällige Gebühr Ihrer Gemeinde, wenn die Mulde auf öffentlichem Grund steht.
Warum es Bauschutt nur im Typ 8 gibt
Für Sperrmüll, Grünschnitt und Holz stehen zwei Größen zur Wahl, für Bauschutt und Aushub nur der Typ 8. Das liegt am Gewicht: 8 m³ Ziegel, Beton und Verputz wiegen ein Vielfaches derselben Menge an Sperrmüll. Die kleinere Mulde ist bei schwerem Material die sichere Wahl für Transport und Aufstellung.
Praktisch heißt das: Rechnen Sie bei größeren Abbrucharbeiten lieber mit zwei Fuhren, statt eine Mulde zu überfüllen. Befüllt werden darf sie ohnehin nur bis zur Oberkante, sonst kann sie nicht abtransportiert werden.
Wie viel tatsächlich in die Mulde geht, hängt stark davon ab, wie klein das Material gebrochen ist. Große Brocken verkeilen sich und lassen Hohlräume, die Volumen kosten. Wer beim Abbrechen schon auf handliche Stücke achtet, bringt deutlich mehr unter und spart sich unter Umständen die zweite Fuhre.
Planen Sie die Termine außerdem so, dass die Mulde nicht tagelang voll herumsteht: Aufstellungs- und Abholtermin wählen Sie im Bestellformular selbst, und wenn die Arbeiten länger dauern, buchen Sie die Verlängerung gleich mit. Das ist einfacher, als später nachzubessern.
Aufstellung und Platzbedarf
Damit der Lkw die Mulde abstellen und wieder abholen kann, braucht er Platz. Die Durchfahrt muss im Normalfall 4 Meter hoch sein, in Sonderfällen genügen 3,70 Meter. Geben Sie das aber bei der Bestellung an, damit ein passendes Fahrzeug eingeteilt wird. Die Einfahrt muss mindestens 2,80 Meter breit sein, und bei schmalen Einfahrten braucht der Lkw genug Platz auf der gegenüberliegenden Straßenseite zum Rangieren.
Auf Privatgrund, etwa in der Einfahrt oder im Hof, brauchen Sie keine Genehmigung. Soll die Mulde auf Gehsteig, Parkstreifen oder Straße stehen, holen Sie eine Genehmigung beim Magistrat beziehungsweise bei Ihrer Gemeinde ein. Den Link dazu finden Sie direkt im Bestellformular. Gerade bei Sanierungen im dicht verbauten Gebiet lohnt es sich, das früh zu erledigen.
Ein Hinweis zum Untergrund: Eine volle Bauschuttmulde ist schwer. Stellen Sie sie auf festen Untergrund und nicht auf frisch verlegte Pflastersteine oder weichen Rasen, sonst bleiben Spuren zurück.
Drei Tipps, mit denen Sie Geld sparen
Erstens: sortenrein sammeln. Stellen Sie sich beim Abbruch zwei Plätze zurecht, einen für mineralisches Material und einen für alles andere. Was einmal vermischt ist, lässt sich kaum mehr trennen.
Zweitens: die Abfallart ehrlich wählen. Wenn ohnehin klar ist, dass Dämmung, Leitungen und alte Einbauten mitkommen, ist die Sperrmüll/Mix-Mulde die passende Wahl. Sie kostet mehr als die Bauschuttmulde, aber weniger als eine falsch beladene Mulde, die vor Ort beanstandet wird.
Drittens: den Platz nutzen. Klein gebrochenes Material, schwere Teile nach unten, Lücken mit Verputzresten und kleineren Stücken füllen, aber nur bis zur Oberkante.
So bestellen Sie in fünf Schritten
Die Bestellung läuft online und dauert nur ein paar Minuten:
- Aufstellungsort wählen
- Mulde wählen, für Bauschutt also Bauschutt Typ 8
- Aufstellungsdatum wählen
- Aufstellungszeit wählen: nur vormittags, nur nachmittags oder ganztags
- Abholungsdatum wählen, bei Bedarf mit zusätzlichen Wochen
Danach folgen Adresse, Kontaktdaten und die Zahlungsart. Möglich sind Kreditkarte, Klarna, PayPal oder Barzahlung bei der Aufstellung. Die Mulde darf bis zu 14 Tage stehen bleiben, verlängern können Sie um bis zu vier Wochen. Weitere Antworten zu Aufstellung, Durchfahrt und Abholung stehen in den häufigen Fragen.
Häufige Fragen zur Bauschuttmulde
Dürfen Fliesen in die Bauschuttmulde?
Ja. Keramische Baustoffe wie Fliesen und Sanitärkeramik zählen zum mineralischen Bauschutt. Fliesenkleber und Verputzreste daran sind kein Problem.
Darf Erde in die Bauschuttmulde?
Anteile an Kies und Erde sind erlaubt. Wenn aber überwiegend Erdmaterial anfällt, ist die Aushubmulde die passende und günstigere Wahl.
Was mache ich mit alten Rigipsplatten?
Gipskartonplatten dürfen in die Sperrmüll/Mix-Mulde, nicht aber in die Bauschuttmulde. Bei einer Sanierung mit gemischtem Material ist die Mix-Mulde daher oft die einfachere Lösung.
Muss ich bei der Aufstellung dabei sein?
Nötig ist es nicht, ratsam schon: So steht die Mulde am Ende genau dort, wo Sie sie brauchen. Bei der Abholung müssen Sie nicht anwesend sein, die Mulde muss nur für den Lkw zugänglich sein.
Wie lange darf die Mulde stehen?
Im Pauschalpreis sind 14 Tage enthalten. Brauchen Sie länger, buchen Sie bei der Bestellung zusätzliche Wochen dazu, jede kostet 36 Euro.
Fazit: sauber trennen zahlt sich aus
In die Bauschuttmulde gehört reiner mineralischer Abbruch: Ziegel, Verputz, Fliesen, Natur- und Pflastersteine sowie kleinschollig gebrochener Beton- und Asphaltaufbruch. Rigips, Ytong, Dämmung, Kunststoff und Problemstoffe bleiben draußen. Wer trennt, zahlt bei der ELS Entsorgungslogistik Süd GmbH 330 beziehungsweise 360 Euro pauschal statt den höheren Preis für Mischabfall. Fällt bei Ihrer Sanierung ohnehin beides an, bestellen Sie entweder zwei Mulden oder gleich eine Sperrmüll/Mix-Mulde. Welche Variante für Ihre Adresse was kostet, sehen Sie in wenigen Klicks im Bestellformular.